Erfahrungsberichte

Hier könnte auch Ihr Erfahrungsbericht stehen! Lassen Sie es andere Neugierige wissen und schreiben Sie an presse@lzkb.de, wie Sie als Zahnarzt in Ihrer (neuen) Heimat angekommen sind.

  • Ausbildungsassistentin

    Elisa Jurianz

    ... absolvierte ihre Assistenzzeit in einer Praxis in Michendorf bei Potsdam.

    „Mich zog es nach dem Studium wieder in die Heimat zurück. Meine jetzigen Chefinnen gewährten mir bereits in einem Schülerpraktikum Einblick in den Zahnarztberuf. Bei der Suche nach einer Assistenzstelle war für mich das persönliche Verhältnis von größter Wichtigkeit. Zum Einen das Verhältnis zu den Patienten, zum Anderen das zu meinen Chefinnen und dem Praxisteam. Wenn dort die Kommunikation funktioniert, läuft der Rest quasi von alleine.“ Stand 2021: Frau Jurianz führt inzwischen ihre eigene Praxis.

  • Zahnarzt

    Thomas Graff

    ... hat seine perfekte Praxis im südbrandenburgischen Peitz gefunden.

    „Ich konnte mir überhaupt nicht vorstellen, in einer Großstadt zu praktizieren. Es stand von vornherein fest: Wenn ich mich niederlasse, dann auf dem Land. Hier kann ich als Familienzahnarzt von den Kleinkindern bis zu den Großeltern alle behandeln – und alles so machen, wie ich mir das vorgestellt habe. Hier kennt man sich.

    In der Praxis, die ich übernehmen konnte, sind wir als Team mittlerweile großartig zusammengewachsen. Dennoch brauchte ich – rückblickend betrachtet – Zeit, um mich als Chef erst einmal selbst kennenzulernen. Aus der damaligen Position als angestellter Zahnarzt habe ich manches in der Zahnarztpraxis anders betrachtet. Dafür empfand ich den ‚fliegenden Start‘ in einer bestehenden Praxis optimal.

    Von der Übernahme an plante ich, die Praxis bald umzubauen und noch mehr auf meine Bedürfnisse einzustellen. Durch die Zeit, die ich mir nehmen konnte, stellte ich letztendlich fest, dass meine langfristigen Wünsche besser in einem Neubau umsetzbar sind. Die Planung dafür läuft zurzeit, von Seiten unseres Amtes erhalte ich viel Unterstützung.

    Mittlerweile hat sogar schon die zweite junge Dame ihre Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) begonnen. Unsere erste selbst ausgebildete ZFA ist inzwischen ein wichtiges Teammitglied geworden.

    Faszinierend für mich ist, dass meine Patienten die gesamte Palette der modernen Zahnmedizin wünschen und fordern. Hochwertige Lösungen gehören hier genauso zum Standard wie die professionelle Zahnreinigung. Gerade in der Prophylaxe-Sprechstunde sind kaum freie Termine zu finden, obwohl ich das Personal hier schon aufgestockt habe. Die Patienten fragen auch regelmäßig wo ihr Zahnersatz angefertigt wird. Wenn ich ihnen dann sage, dass er in einem Zahntechniklabor in der Region angefertigt wird, sind sie sehr zufrieden. Das ist ihnen wichtiger als ein paar Euro zu sparen.

    Wenn ich sehe, wie hoch meine Praxis inzwischen ausgelastet ist, macht es mir richtig große Sorgen, dass so viele erfahrene Kollegen demnächst in den wohlverdienten Ruhestand gehen werden. Da kann ich nur jedem jungen Zahnarzt und jeder jungen Zahnärztin den guten Rat geben: Komm aufs Land oder in die Kleinstadt – hier gibt es jede Menge zu tun! Und tolle Patienten!“

  • Zahnärztin

    Heike Köhler

    Die Landzahnärztin

    Studium, Examen, Assistenzzeit – und dann? Auf diese Frage können Zahnärztinnen und Zahnärzte heute eine Fülle von Antworten geben. Welche Formen der zahnärztlichen Arbeit möglich sind, zeigt die Reihe „Berufswelten“ vom zm-online. Unter anderem erzählt Heike Köhler, was es bedeutet, Landzahnärztin zu sein. Wir haben sie an ihrem Arbeitsplatz in Altdöbern bei Cottbus besucht.

  • Zahnärztin

    Manja Schölzke

    ... übernahm die Praxis ihrer Mutter Heike Gampe und ist seit dem 1. Januar 2018 niedergelassene Zahnärztin in Lieberose, Landkreis Dahme-Spreewald.

    „Genau wie viele andere meiner Kollegen oder Mitstudenten hat es mich während des Studiums nicht gereizt, später auf dem Land zu arbeiten. Jedoch bin ich aus familiären Gründen unerwartet direkt nach meinem Studium zurück aufs Land gezogen. Nun lebe ich in einem 140-Einwohner-Dorf, meine Praxis befindet sich in einer Kleinstadt mit 1.500 Einwohnern.

    Nach zehn Jahren Stadtleben braucht es natürlich einige Zeit, sich an das neue Umfeld zu gewöhnen. Hier fahren keine Busse oder Bahnen, stattdessen sind wir aufs eigene Auto angewiesen, der Supermarkt ist erst im nächsten Ort und hat auch nur bis 20 Uhr geöffnet. Allerdings fallen mir keine weiteren Nachteile ein. Stattdessen habe ich mich mit dem Landleben arrangiert und es lieben gelernt.

    Die idyllischen Seiten des Lebens auf dem Lande aus dem Urlaub oder den Romanen kennt jeder. Die Ruhe, die frische Luft, die Natur. Und es ist tatsächlich so. Hier gibt es keinen Verkehrslärm. Wenn der Nachbar mal laute Musik macht, dann fragen wir uns, was er zu feiern hat und gehen vorbei, um gemeinsam ein Bier zu trinken. Hier beschwert sich niemand, wenn der Grillduft zu uns herüberzieht. Im Gegenteil: Die Nachbarn sind eher beleidigt, wenn wir nicht grüßen oder zu einem kleinen Smalltalk ans Gartentor kommen.

    Die Leute auf dem Land sind anders. Sie sind neugierig und interessiert. Sie erzählen gern und geizen nicht. Wenn du als Zahnarzt gute und ehrliche Arbeit leistest, sind dir diese Menschen dankbar und treu. Sie sind hilfsbereit und schnell zur Stelle, wenn Not am Mann ist. Die Privatsphäre wird akzeptiert und es gibt selten Schmerzanrufe. Der freundliche Plausch am Tresen oder im Supermarkt gehört einfach dazu!

    Meine Arbeit als selbstständige Zahnärztin ermöglicht mir außerdem, die von meiner Generation beliebte Work-Life-Balance voll auszunutzen. Als Chefin lege ich die Sprechzeiten fest und kann für mich und meine Angestellten ausreichend Freizeit schaffen. Auch wenn ich abends mal ins Konzert oder Theater will, ermöglicht mir meine Position, früher Feierabend zu machen. Ich habe die Möglichkeit, so zu arbeiten, dass ich die bestmögliche individuelle Behandlung meiner Patienten mit meiner Arbeitsweise vereinbaren kann, ohne einem kommerziell orientierten Chef erklären zu müssen, warum ich keinen Profit erarbeitet habe. Ich muss mich nach einem langen und teuren Studium nicht unter Wert verkaufen lassen. Natürlich trage ich selbst die Verantwortung, sowohl für die Wirtschaftlichkeit als auch für die Mitarbeiter. Mit einer guten Beratung und vielen Informationen ist auch die viele Bürokratie kein Hexenwerk und mit passender Organisation relativ schnell erledigt.

    Nach getaner Arbeit und kurzem Arbeitsweg geht es für mich in den heimischen Garten, an den nahgelegenen Badesee oder zum Spazieren in den Wald. Da bekommt das Wort BIO auch gleich eine andere Bedeutung, wenn man das Obst und Gemüse aus dem eigenen Garten erntet und die Brötchen noch vom Bäckermeister persönlich gebacken werden. Und wenn die Sehnsucht nach der Stadt dann doch einmal zu groß wird, egal ob zum Shopping oder Konzert, bin ich doch in kurzer Zeit in Berlin und auch wieder zurück.“

  • Zahnärzte

    Birgit und Alexander Budach

    Die Niederlassung stand nie zur Diskussion

    Trotz eines Semesters Unterschied lernten sich Alexander und Birgit Budach beim Zahnmedizinstudium in Erlangen kennen und lieben. Bei Alexander war es von Anfang an klar, dass er mal die elterliche Praxis in Frankfurt (Oder) übernehmen wird. Um die Strecke zwischen Erlangen und Frankfurt zu verkürzen, suchte er sich für seine Vorbereitungszeit eine Praxis in Hof. Ein Jahr später folgte ihm Birgit in die Nähe.

    Entscheidung eher als gedacht
    Durch einen Krankheitsfall bei den Eltern in Frankfurt stand die Frage schon viel eher als gedacht im Raum: Wo geht die Reise wirklich hin? Schließlich ist auch die Mutti von Birgit Zahnärztin – in einer Einbehandlerpraxis mit Tradition, da diese vom Großvater gegründet worden ist. Realistisch wägt das Paar ab: In Viechtach hat ein Zahnarzt ein gutes Auskommen – auch vom Patientenaufkommen her. Aber zwei Zahnärzte? In Frankfurt ist die Praxis für zwei Zahnärzte eingerichtet und Patienten gibt es so viele, dass sogar noch mehr Zahnärzte dort arbeiten könnten.

    Das junge Paar entschied sich gemeinsam für Frankfurt, weil der Sohn sehr gern seine Familie unterstützen wollte. Alexander stieg somit 2013 als angestellter Zahnarzt bei den Eltern ein, Birgit beendete ihre Vorbereitungszeit in Frankfurt.

    Frankfurt (Oder)??? Ja!
    Durch die Familienplanung dauerte es noch bis Juli 2019, bis das junge Paar gemeinsam mit Dres. Tatjana und Siegbert Budach eine Berufsausübungsgemeinschaft für den fließenden Übergang gründete. „Für meinen Mann und für mich stand eine Niederlassung nie zur Diskussion. Wir genießen es, dass unsere Praxis auf die gesamte Familie ausgerichtet sind. So sind wir wunschlos glücklich.“

    Inzwischen haben sich die Eltern aus dem aktiven Berufsleben verabschiedet und ihren Nachfolgern Birgit und Alexander die Praxis komplett übergeben.